Mein Behandlungskonzept
Meine therapeutische Arbeit ist psychodynamisch orientiert und verbindet das Verständnis psychischer Zusammenhänge mit einer ressourcenorientierten, beziehungsbezogenen und individuell ausgerichteten Behandlung.
Dabei geht es nicht ausschließlich darum, die Hintergründe psychischer Beschwerden zu verstehen. Ebenso wichtig ist es, belastende Emotionen besser regulieren zu können, vorhandene Fähigkeiten und Ressourcen zu aktivieren und neue emotionale Erfahrungen zu ermöglichen.
Die Behandlung orientiert sich deshalb nicht an einem starren Schema, sondern an Ihrem Anliegen, Ihrer aktuellen Lebenssituation, Ihren persönlichen Voraussetzungen und den gemeinsam entwickelten therapeutischen Zielen.
Innere und äußere Faktoren zusammendenken
Psychische Beschwerden entstehen meist im Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Aktuelle Belastungen, frühere Erfahrungen, innere Konflikte und der Umgang mit schwierigen Gefühlen können sich gegenseitig beeinflussen.
Manche dieser Zusammenhänge sind unmittelbar bewusst. Andere zeigen sich eher indirekt – beispielsweise in wiederkehrenden emotionalen Reaktionen, Beziehungsmustern oder Verhaltensweisen, die sich zunächst schwer erklären lassen.
Im Rahmen der Behandlung versuche ich gemeinsam mit Ihnen zu verstehen, welche inneren und äußeren Faktoren für Ihre Beschwerden gegenwärtig von Bedeutung sind und welche Möglichkeiten bestehen, mit ihnen anders umzugehen.
Was meine therapeutische Arbeit prägt
Ressourcenorientierung
Psychotherapie richtet den Blick nicht ausschließlich auf Beschwerden, Konflikte oder Schwierigkeiten.
Ebenso wichtig sind persönliche Fähigkeiten, hilfreiche Beziehungen, positive Erfahrungen und vorhandene Möglichkeiten zur Selbstregulation.
Emotionsregulation
Intensive oder schwer steuerbare Gefühle sollen differenzierter wahrgenommen, verstanden und zunehmend besser reguliert werden können.
Gleichzeitig wird daran gearbeitet, wieder mehr Zugang zu wohligem, positivem emotionalem Erleben zu entwickeln.
Beziehungsmuster
Frühere Erfahrungen können beeinflussen, welche Erwartungen wir an Beziehungen haben und wie wir auf Nähe, Distanz, Konflikte oder Zurückweisung reagieren.
Solche wiederkehrenden Muster können in der Therapie verständlicher und zunehmend veränderbar werden.
Selbst- und Beziehungsverständnis
Eigene Gefühle, Gedanken und Bedürfnisse besser zu verstehen, erleichtert häufig auch das Verständnis anderer Menschen.
Dadurch können Situationen differenzierter eingeschätzt und neue Reaktionsmöglichkeiten entwickelt werden.
Aktuelle Lebensbedingungen
Psychische Beschwerden entstehen nicht unabhängig von der aktuellen Lebenssituation.
Berufliche, familiäre, soziale und körperliche Belastungen werden deshalb ebenso berücksichtigt wie innerpsychische Faktoren.
Individuelle Ausrichtung
Unterschiedliche Patienten benötigen unterschiedliche therapeutische Zugänge.
Vorgehen, Schwerpunkt und Intensität einzelner Interventionen werden deshalb an die jeweilige Lebenssituation angepasst.
Innere Ressourcen unmittelbar erfahrbar machen
Persönliche Ressourcen bestehen nicht nur aus dem Wissen darüber, was man gut kann. Häufig ist therapeutisch besonders hilfreich, positive innere Zustände auch emotional und körperlich wieder zugänglich zu machen.
Dafür können imaginative Techniken eingesetzt werden. Beispielsweise können Situationen erinnert und innerlich wieder aufgerufen werden, in denen Sie sich kompetent, sicher, selbstwirksam oder mit anderen Menschen verbunden erlebt haben.
Solche Erinnerungen können dazu beitragen, wohlige emotionale Zustände gezielt zu aktivieren und sie als innere Ressource für gegenwärtige Belastungssituationen verfügbar zu machen.
Erinnerungen behutsam bearbeiten
Belastende Erfahrungen können auch lange nach einem Ereignis intensive Gefühle, körperliche Reaktionen oder innere Bilder auslösen. In solchen Fällen kann es sinnvoll sein, diese Erfahrungen gezielt therapeutisch zu bearbeiten.
Entscheidend ist dabei, dass eine solche Bearbeitung nicht unkontrolliert oder überfordernd erfolgt. Zunächst geht es darum, ausreichend Sicherheit und Möglichkeiten zur Regulation aufzubauen.
Erst anschließend können belastende Erinnerungen – wenn dies therapeutisch sinnvoll ist – schrittweise aufgegriffen und in einen neuen inneren Zusammenhang eingeordnet werden.
Psychische Belastungen zeigen sich auch im Körper
Emotionale Erfahrungen sind nicht ausschließlich gedankliche Prozesse. Angst, Stress, Überforderung oder Sicherheit gehen immer auch mit Veränderungen körperlicher Prozesse einher.
Dies kann sich beispielsweise in Muskelanspannung, Atmung, Herzschlag, innerer Unruhe, Erschöpfung oder Schlafproblemen zeigen.
In meinem Behandlungskonzept beziehe ich auch die Wahrnehmung körperlicher Reaktionen in die Behandlung ein. Sie kann wichtige Hinweise darauf geben, wie Belastungen erlebt werden und wann ein innerer Zustand beginnt, sich zu verändern.
Verstehen, was uns geprägt hat
Erfahrungen
Frühere Erfahrungen können beeinflussen, wie wir uns selbst, andere Menschen und Beziehungen wahrnehmen.
Innere Muster
Manche Erwartungen und Reaktionsweisen laufen weitgehend automatisch ab und werden erst durch genauere Beobachtung verständlich.
Aktuelle Auslöser
Gegenwärtige Situationen können frühere emotionale Muster reaktivieren und dadurch besonders belastend erlebt werden.
Stärken, was trägt
Sicherheit & Orientierung
Ein Gefühl von Sicherheit und innerer Orientierung schafft wichtige Voraussetzungen für psychische Regulation.
Bindung & Selbstwert
Verlässliche Beziehungen, Anerkennung und ein freundlicherer Umgang mit sich selbst können wichtige Ressourcen darstellen.
Positive Erfahrungen
Erfahrungen von Freude, Kompetenz, Verbundenheit und Selbstwirksamkeit können gezielt wieder stärker zugänglich gemacht werden.
Ein gemeinsamer Arbeitsprozess
Eine tragfähige therapeutische Beziehung ist ein wesentlicher Wirkfaktor von Psychotherapie.
Deshalb lege ich Wert auf eine kooperative, transparente und flexible Zusammenarbeit. Therapieziele und wichtige Behandlungsschritte werden gemeinsam entwickelt und im Verlauf immer wieder überprüft.
Auch Missverständnisse, Irritationen oder Spannungen innerhalb der therapeutischen Beziehung können besprochen werden. Gerade die gemeinsame Klärung solcher Situationen kann neue Beziehungserfahrungen ermöglichen.
Wie Veränderung entstehen kann
Psychotherapeutische Veränderung verläuft nicht immer linear. Die folgenden Bereiche beschreiben deshalb keine feste Reihenfolge, sondern Prozesse, die sich im Verlauf einer Behandlung gegenseitig ergänzen.
Verstehen
Innere und äußere Zusammenhänge werden gemeinsam verständlicher und bislang automatische Muster können bewusster wahrgenommen werden.
Stabilisieren
Ressourcen werden gestärkt und Möglichkeiten entwickelt, belastende emotionale und körperliche Zustände besser zu regulieren.
Erfahren
Neue emotionale und zwischenmenschliche Erfahrungen können bisherige Erwartungen relativieren und alternative Möglichkeiten erfahrbar machen.
Integrieren
Neue Erfahrungen und Fähigkeiten werden zunehmend in den Alltag übertragen und für zukünftige Belastungssituationen verfügbar.